Seminar

Die deutsch-französischen Grenzfragen

im 19. und 20. Jahrhundert

Die Ostexpansion der Französischen Revolution auf alle linksrheinischen Gebiete trübte das deutsche Frankreichbild. Der 1840 öffentlich propagierte Anspruch der Juli-Monarchie auf deutsche Grenzgebiete, u. A. die Gegend um Saarlouis, verstärkte die deutsche Frankophobie. Seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts stellte Elsass-Lothringen den Zankapfel dar, um den fortan beide Ländern stritten; verloren im Krieg von 1870/71 holte sich Frankreich die Grenzdepartements nach dem Ersten Weltkrieg zurück. Mit dem Versailler Frieden dehnte es seinen Einfluss auf das unter dem Völkerbundmandat stehende Saargebiet aus; dieser reichte jedoch nicht aus, um die Saarländer:innen davon zu überzeugen, sich 1935 gegen die Rückkehr ins Deutsche Reich zu entscheiden. Hitlers Reichskommissar für die Rückgliederung des Saarlandes, Bürckel, wurde 1940 nach dem deutschen Sieg im Frankreichfeldzug überdies der lothringische Teil des früheren Reichslandes Elsass-Lothringen unterstellt. Nach dem Sieg der Alliierten 1945 wurden das Elsass und die Moselle wieder französisch und Frankreich begründete einen Saar-Staat. Das Saarstatut wurde 1955 von den Saarländer:innen abgelehnt, womit das Saarland 1957 an Deutschland zurückfiel. Die Regierungen de Gaulle und Adenauer beendeten mit dem Elysée-Vertrag 1963 ihre Differenzen.

Inhalte:

  • Grenzstreitigkeiten im 19. Jahrhundert
  • Grenzfragen nach dem Ersten Weltkrieg
  • Entspannung nach dem Zweiten Weltkrieg
  • 04. Mai 2024
    9:00 Uhr16:30 Uhr
  • Politische Akademie der SDS
    Europaallee 18
    66113 Saarbrücken

  • AnsprechpartnerIn
    Carmen Oschmann
    0681 - 906 26 - 21
    co@sdsaar.de



Wolfgang Freund

ist Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Europäische Zeitgeschichte der Universität des Saarlandes. Bis vor kurzem war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Luxemburg in einem Forschungsprojekt zum Arbeiten und zur Arbeit des namhaften luxemburgischen Historikers Gilbert Trausch und in Frankreich Lehrbeauftragter am Deutsch-Französischen Studiengang in Nancy des Institut d’Études Politiques – Sciences Po Paris. Freund ist Faschismusforscher und arbeitet zur Wissenschaftsgeschichte und zur Fußballgeschichte im Frankreich und Deutschland der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Veröffentlichung: Volk, Reich und Westgrenze: Deutschtumswissenschaften und Politik in der Pfalz, im Saarland und im annektierten Lothringen 1925–1945 (Saarbrücken: 2006). 

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Dr. Wolfgang Freund