Seminar

Autobiographische Prosa deutsch-jüdischer Autorinnen seit 1945

Wenn es um die sogenannte ‚Holocaustliteratur‘ geht, werden primär Selbstzeugnisse männlicher Autoren wie Primo Levi oder Elie Wiesel benannt. In diesem Seminar wenden wir uns nun der weiblichen Zeugenschaft zu, werfen einen „Blick aufs Leben durch anders geschliffene Gläser“, den Ruth Klüger dem weiblichen Schreiben attestiert. Dabei soll das komplexe Geflecht von jüdischer Katastrophe und jüdischer Identität ebenso beleuchtet werden wie das Verhältnis von individueller Erinnerung und kollektivem Gedächtnis.

Anhand von Texten Anna Seghers‘ (1900-1983), Ilse Aichingers (1921-2016), Inge Deutschkrons (1922-2022), Grete Weils (1906-1999), Cordelia Edvardsons (1929-2012), Ruth Klügers (1931-2020) und Barbara Honigmanns (*1949) ergründen wir, worin deren Authentizität besteht und wo narrative Konstruktion beginnt. Was meint eigentlich Erinnern? Und wie gestalten diese deutsch-jüdischen Autorinnen die Gegenstände ihrer Erinnerung? Wie beeinflussen, etwa im Fall Honigmanns, die Erfahrungen der Elterngeneration den Lebenskontext der Nachgeborenen?

  • 30. November 2024
    10:00 Uhr17:30 Uhr
  • Politische Akademie der SDS
    Europaallee 18
    66113 Saarbrücken

  • AnsprechpartnerIn
    Saskia Guthörl
    0681 906 26 22
    sg@sdsaar.de



Dr. Verena Paul

2002-2008 Studium der Neueren deutschen Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Neueren Geschichte an der Universität des Saarlandes und der Universität Hamburg. 2012 Promotion. 2016 Abschluss Fernstudium Public Relations an der Freien Journalistenschule Berlin. Seit 2015 Studienleiterin der Stiftung Demokratie Saarland.

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Dr. Verena Paul