Zur Psychologie des Rechtsextremismus

Im Hinblick auf die zunehmende Komplexität der verschiedenen Politikfelder und die damit verbundene Informationsflut hat die Nachfrage nach zusätzlichen Angeboten zugenommen. Dem haben wir Rechnung getragen und unser Programm in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur ausgebaut.

In Krisenzeiten wächst die Anhängerschaft von rechtextremistischen Parteien und Organisationen, was in den letzten Landtagswahlen noch einmal deutlich wurde. Verbreitete Krisenerscheinungen wie Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot und fehlende Lebensperspektiven reichen jedoch nicht aus, um die Einstellungen und Verhaltensweisen von Angehörigen rechtextremistischer Gruppierungen zu erklären. Diese haben sich bei ihren Angehörigen in einem langen individuellen und sozialen Entwicklungsprozess herausgebildet, der mitverantwortlich ist, für die Entscheidungen vieler Jugendlicher, mit ihnen zu sympathisieren oder gar dazu zu gehören. In den letzten Jahren sind ausreichende Erfahrungen und zuverlässige Studien zur Erörterung dieser Fragestellung entstanden, die als Grundlage des Seminars verwendet werden. Im Seminar werden folgende Fragestellungen im Mittelpunkt stehen: Wie sind destruktive Vorstellungen und die Gewaltbereitschaft rechtsextremer Gruppen aus einer psychologischen Perspektive zu verstehen? Weshalb spielen Wünsche nach Ausgrenzung von Ausländer und anderer Minderheiten so eine bedeutende Rolle im Denken und Handeln von Rechtsextremisten? Aus welchen Motivationen heraus bieten rechtextremistische Organisationen ihren Mitgliedern und Sympathisanten einen schützenden und stützenden Raum? Welcher Beitrag zur "inneren" Stabilität ihrer Angehörigen bietet die Naziideologie oder Teilaspekte von ihr?
Welche weiteren ideologischen Botschaften sollen die Angehörigkeit zu diesen Organisationen untermauern?
Welche Bedeutung haben Rituale und massenpsychologische Prozesse in rechtextremistischen Organisationen bei der Verstärkung der Gruppenkohäsion ihrer Anhänger ? Nach einem einleitenden Referat soll das Seminar die Gelegenheit bieten, dies Fragen in kleinen Gruppen zu vertiefen.

Anmeldung erforderlich!

ReferentIn:

Dr. Fernando Espinoza, Soziologe

24. Juni 2006
09:00 Uhr bis
16:00 Uhr

Bildungszentrum
Am Tannenwald 1
66459 Kirkel

Seminar

Karoline Ripplinger
Telefon: 0681 - 906 26 - 19