Mehr Demokratie durch mehr direkte Demokratie?

Wie die Politik die Bürger wieder gewinnen kann

Zwischen Bürgern und Politik klafft ein scheinbar immer größer werdender Graben. Im Fünf-Parteien-System wissen die Wähler vor der Wahl oft nicht, was sie hinterher bekommen. Die Akzeptanz des parlamentarischen Systems sinkt – und mit ihr die Gunst der Volksparteien beim Volk. Stattdessen gehen die Bürger – wie derzeit in Stuttgart – auf die Straße und verlangen mehr direkte Demokratie.

Ist die Demokratie in der Krise oder verändert sie sich nur? Brauchen wir nur neue, direktdemokratische Spielregeln oder steckt mehr hinter dem Bürgerprotest gegen die klassischen staatlichen Institutionen? Begünstigen direktdemokratische Entscheidungswege das Aufkommen (rechts)populistischer Gruppen und Akteure oder stabilisieren sie sogar die traditionellen Parteien? Kann eine Gesellschaft wirklich demokratisch sein, wenn für die Wirtschaft nur die Gesetze des Marktes gelten?

Diesen spannenden Fragen widmet die Stiftung Demokratie eine Fachtagung. Im Saarland, wo die Hürden für direkte Demokratie so hoch sind wie in keinem anderen Bundesland, steht das Thema ohnehin auf der Tagesordnung. Demokratie-Experten sind alle Bürgerinnen und Bürger, die sich vor Ort in Parteien, Vereinen und Verbänden, in Kommunalverwaltungen und Betriebsräten einbringen – ob ehrenamtlich oder hauptamtlich. Gemeinsam wollen wir diskutieren, wie Brücken gebaut werden können über den Graben zwischen Bürgern und der Politik.


Die Themen:

Die Zukunft der Demokratie im globalen Kapitalismus

Prof. Dr. Frank Decker, Politikwissenschaftler, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn


Demokratie und Mitbestimmung in Wirtschaft und Betrieben
Prof. Dr. Christine Landfried, Politikwissenschaftlerin, Universität Hamburg



 

Die Einführung in das Thema übernimmt Heiko Maas, Vorsitzender der SPD Saar und der SPD-Landtagsfraktion. Die Tagung zusammenfassen wird Michael Matern M.A., Politikwissenschaftler und Studienleiter der Europäischen Akademie Otzenhausen.


Die Referenten:

Prof. Frank Decker, geb. 1964 in Montabaur/Westerwald. Studium der Politikwissenschaft, Volkswirtschaftslehre, Publizistik und des Öffentlichen Rechts an den Universitäten Mainz und Hamburg. Von 1989 bis 2001 war Frank Decker Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Assistent und Oberassistent am Institut für Politikwissenschaft der Universität der Bundeswehr Hamburg, 1993 wurde er promoviert, 1999 bekam er seine Habilitation. Seit November 2001 ist er Professor am Seminar für Politische Wissenschaft der Universität Bonn und war von März 2002 bis Juni 2005 und ist seit April 2010 wieder Geschäftsführender Direktor des Seminars.

Prof. Christine Landfried, geb. 1949 in Altenburg/Thüringen. 1968 Abitur in Grünstadt/Pfalz, Studium der Politikwissenschaft, Geschichte und Völkerrecht an den Universitäten Heidelberg und Harvard mit Abschluß 1974 in Heidelberg. 1984 wurde sie zu „Bundesverfassungsgericht und Gesetzgeber“ promoviert, ihre Habilitation bekam sie 1989 zu „Parteienfinanzierung und innerparteiliche Demokratie“. Forschungs-aufenthalte und Lehrtätigkeiten führten Christine Landfried nach Speyer, Florenz, Berlin, Paris und Berkeley. Seit 1990 hat sie den Lehrstuhl für Vergeichende Regierungslehre an der Universität Hamburg.

Beginn: 14:00 Uhr.


Es ist eine schriftliche Anmeldung erforderlich, da die TeilnehmerInnenzahl auf 50 begrenzt ist.

in Kooperation mit der EAO

ReferentIn:

Michael Matern, MA

19. November 2010
14:00 Uhr bis
19:00 Uhr

Europäische Akademie Otzenhausen Nonnweiler

Kongreß

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21