Die Angst und ihre politische Anwendung

Eine flüchtige und in vielen Hinsichten diffuse Angst breitet sich von Zeit zu Zeit in der Gesellschaft aus. Sie beeinflusst die Stimmung der Menschen, führt zu Unsicherheit, Gleichgültigkeit und schließlich zu Hilfslosigkeit. Die Motive können vielfältig sein: Massenwanderung und Angst vor Überfremdung, nicht zu steuernde Wirtschaftkrisen, Seuchen oder Krankheiten, Krieg und Terror u.a. Es entsteht der Eindruck, dass wir nichts unternehmen könnten gegen übermächtige und unkontrollierbare Ereignisse. Durch Hiobsbotschaften werden Menschen eingeschüchtert. Gelähmt durch unsere Alpträume halten wir dann für gut, was für uns sonst nicht akzeptabel wäre.In vielen Fällen handelt es sich um gezielte politische Strategien, um bestimmte Reaktionen der Bevölkerung hervorzurufen. Diejenigen, die in der Lage sind, unsere Ängste zu steuern, können uns, nachdem genug Unsicherheit entstanden ist, auch beliebig die Lösung des Problems gemäß ihrer eigenen Interessen anbieten.Durch einen einleitenden Vortrag wird anhand konkreter Beispiele aus der Wirtschafts- und Flüchtlingspolitik illustriert, wie Angst im politischen Feld funktioniert. Anschließend soll thematisiert werden, was Bürger, soziale Gruppen und Parteien gegen solche Strategien unternehmen können.Methoden: Vortrag, Filmmaterial, Gruppenarbeit.

 


Inhalte:

•    Die Isolierung der Individuen und die Unsicherheiten der Bürger als Ausgangspunkt

•    Was Angstsysteme bei der Bevölkerung erzeugen

•    Massenwanderung, Überfremdung, Wirtschaftskrisen u.a als Motive der Angst

•    Wie politische Strategien die Angst nutzen. Wie funktionieren sie?

ReferentIn:

Dr. Fernando Espinoza

Dr. Fernando Espinoza

ist Soziologe und Gruppenanalytiker. Abitur im Dezember 1969 am Liceo San Pio X in Talca, Chile. Universitätsausbildung: 1970 - 1973: Fakultät für Sozialarbeit der Katholischen Universität von Santiago, Chile. 1974 - 1978: Magisterstudium am Institut für Soziologie der Universität Münster. 1979 - 1983: Promotion am Institut für Soziologie der Universität Münster 1993 - 1997: Weiterbildung als Gruppenanalytiker am Institut für Gruppenanalyse in Heidelberg.

28. April 2018
09:00 Uhr bis
17:00 Uhr

Politische Akademie der SDS
Europaallee 18
66113 Saarbrücken

Seminar

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21