Der europäische Sozialstaat

zwischen realistischen Perspektiven und überzogenen Erwartungen

In Kooperation mit der Europäischen Akademie Otzenhausen
Im Hinblick auf die zunehmende Komplexität der verschiedenen Politikfelder und die damit verbundene Informationsflut hat die Nachfrage nach zusätzlichen Angeboten zugenommen. Dem haben wir Rechnung getragen und unser Programm in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur ausgebaut.

Die Absicherung der Lebensrisiken durch die Gemeinschaft gehört mittlerweile zum traditionellen Staatsverständnis auf dem europäischen Kontinent. Dabei gibt es in den verschiedenen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union unterschiedliche Modelle. So werden die sozialen Leistungen in den skandinavischen Ländern eher über Steuern finanziert, in Frankreich und Deutschland hingegen über die Beiträge der arbeitenden Bevölkerung, den sogenannten Lohnnebenkosten. Des weiteren ist das Leistungsspektrum für Empfänger sozialer Hilfsmaßnahmen recht unterschiedlich. Beispielsweise hat Großbritannien als erstes Land der EU schon vor 20 Jahren mit einschneidenden Kürzungen das eigene System verändert.

Woher kommt der Druck auf die Systeme? Globalisierung und ihre negativen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, massive demografische Veränderungen und eine Kostenexplosion speziell im Gesundheitswesen – diese drei Faktoren wirken in nahezu allen Ländern der EU. Ähnliche Systeme, ähnliche Problemstellungen, ähnliche Traditionen – vieles verbindet die Sozialpolitik der EU-Staaten. Können sie voneinander lernen? Müssen die Europäer, die einen Binnenmarkt mit einer Währung haben, sozialpolitisch stärker zusammenarbeiten? Können wir so den Herausforderungen besser begegnen? Was unterscheidet die EU sozialpolitisch von den USA oder den Staaten Süd- und Südostasiens?

Ausgewählte ReferentInnen werden die Themen vorstellen und gemeinsam mit den Teilnehmenden in Diskussionen eine Vertiefung anstreben.

Die Inhalte:
Was soll der Sozialstaat leisten? Entstehung, Ziele und regionale Besonderheiten einer Idee

  • Das skandinavische Modell – steuerfinanzierte soziale Absicherung
  • Das kontinentaleuropäische Modell – Abhängigkeit vom Faktor Arbeit
  • Die europäische Perspektive – die EU als Entwicklungsmotor eines Europäischen Sozialstaatsmodells?



Anmeldung erforderlich!

ReferentIn:

Michael Matern, MA

Michael Matern, MA: Studium der Politikwissenschaft, Germanistik, Pädagogik, Soziologie und katholische Theologie an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz in Mainz. Diverse Publikationen und Vorträge zum Thema der europäischen Integration, zu Israel und dem Nahen Osten, zum Wissenstransfer, zur politischen Bildung und Heimatgeschichte. Seit 1998 Mitglied der Studienleitung der europäischen Akademie Otzenhausen e.V.

30. Juni 2006
bis
01. Juli 2006

Nonnweiler

Seminar

Villa Lessing